München, 06. Januar 2025: Vom Hype in die Praxis: Mit dem SAP AI Hackathon Mitte Januar in den SAP Labs in Garching bei München boten das Digital Solutions-, Consulting- und Software-Haus valantic und der führende Anbieter von Business-Software SAP fünf namhaften Unternehmen aus Handel und Konsumgüterindustrie einen Rahmen für die Entwicklung eigener GenAI-Applikationen. Coop, dmTECH, Hugo Boss, Marc O’Polo und Rutronik nutzten die Chance und programmierten auf Basis der SAP Business Technology Platform und der SAP AI Foundation um die Wette. Das hochkarätige Rennen um die beste Lösung entschied das Team Coop mit ihrem intelligenten Zertifikatmanagement knapp für sich.
Die beeindruckenden Ergebnisse des SAP AI Hackathon beweisen: Mit dem SAP Gen-AI-Portfolio lassen sich mit vergleichsweise geringem Aufwand klare Business Benefits erzielen. Alle Teilnehmenden des Events entwickelten in wenigen Tagen KI-Lösungen für konkrete Aufgaben in ihren Unternehmen. Für die Jury, bestehend aus Alexander Schweitz, Head of Presales Retail & Consumer Industries Germany bei SAP, Guido Schlief, CCO bei valantic und Matthias Uflacker, Location Lead BTP Innovation Munich bei SAP, war die Entscheidung für die beste Lösung daher nicht einfach. Nach langen Beratungen kürten sie das Team Coop aus der Schweiz zum Gesamtsieger des Hackathons. Bewertet wurde unter anderem die Benutzerfreundlichkeit der entwickelten AI-App, die Integration in die bereits vorhandene IT-Architektur und der für das Unternehmen generierte geschäftliche Mehrwert.
Das Team Coop hat in kurzer Zeit eine intelligente, automatische Datenextrahierung von Lieferantenzertifikaten entwickelt, die höchste Produktqualität garantiert. Dadurch entfällt weitgehend der bisherige manuelle Prozess mit hohem Koordinationsaufwand und zahlreichen Medienbrüchen. Die Lösung entnimmt Informationen aus Lieferantenzertifikaten und legt sie in einer Datenbank ab, die dann in unterschiedliche Prozesse eingebunden werden kann.
Derzeit entsteht bei den Mitarbeitenden viel Aufwand für die manuelle Erfassung pro Zertifikat. Bei einer produktiven Umsetzung der Lösung rechnet Coop jährlich mit beträchtlichen Kosteneinsparungen. Geht man konservativ geschätzt von einem Zeitaufwand von einer Minute pro Zertifikat aus, könnte die App rund 600 Stunden im Bereich NH/QM und Beschaffung sparen.
Das Team von dmTECH hat eine innovative, KI-gestützte Lösung entwickelt, die die Erfassung von Fallakten bei Verdachtsmomenten erheblich effizienter gestaltet. Die Anwendung beschleunigt die Erfassung relevanter Informationen, minimiert Fehler und entlastet die Mitarbeitenden.
Team Hugo Boss hat einem Chatbot entwickelt, der Mitarbeitende bei der Vorbereitung und Begleitung eines Verkaufsgesprächs unterstützt und es ihnen ermöglicht, ihren Kundinnen und Kunden optimal passende Kollektionsvorschläge zu präsentieren. Hierfür wird auf Basis des bisherigen Kaufverhaltens ein individueller Warenkorb zusammengestellt. Mithilfe generativer KI kann mit diesem Portfolio interagiert werden, um Größen, Stile oder Farben anzupassen. Die gezielten Angebote optimieren das Einkaufserlebnis und erhöhen das Verkaufsvolumen.
Das GenAI-Projekt von Marc O’Polo ist ein digitaler Assistent für die Rechnungseingangsprüfung, der die Fehleranalyse signifikant beschleunigt. Die One-Click-Einbindung in die SAP Fiori App und ein Chat-basierter Support machen die AI-Anwendung besonders benutzerfreundlich. Etwa 800 User bei Marc O’Polo, die sich neben ihren Hauptaufgaben nur gelegentlich mit der Rechnungseingangsüberprüfung beschäftigen, erhalten durch den in ein SAP Add-on eingebauten KI-Assistenten hochwertige, kontextbezogene Unterstützung. Wenn die KI nicht helfen kann, unterstützt sie beim Ausarbeiten eines Service Tickets, das alle Informationen im Bauch hat.
Das Team der Rutronik, ein Großhändler für elektronische Bauteile, hat mithilfe von AI seine „Baggerdatenbank“ optimiert, die auf SAP Artikelstammdaten, den aktuellen Preislisten verschiedener Hersteller und detaillierten Spezifikationsblättern basiert. Rutronik erhält Preislisten von etwa 180 Herstellern, nahezu alle in einem eigenen Format. Die KI-App analysiert die Struktur, generiert ein Mapping in ein einheitliches Inhouse-Format und ergänzt dann Attribute aus Produktdatenblättern, um einen strukturierten Artikel-Pool aufzubauen, aus dem sich Systeme wie SAP bedienen können. Im Dezember 2024 und Januar 2025 wurden insgesamt etwa 550.000 neue Artikel in die Datenbank eingepflegt. Der manuelle Aufwand pro Preisliste, der mit der KI-Lösung entfällt, beträgt etwa acht Stunden. Darüber hinaus wird die Qualität und Konsistenz der Daten deutlich verbessert.
Alle während des Hackathons entwickelten Applikationen sollen in den jeweiligen Unternehmen schnellstmöglich eingesetzt werden. Timo Rüb, Head of Innovation bei valantic, betont: „Unser Event war ein voller Erfolg. Die Ergebnisse sind beeindruckend und zeigen deutlich, welche geschäftlichen Mehrwerte GenAI heute schon generieren kann. Die Teams der teilnehmenden Unternehmen haben in kurzer Zeit hervorragende AI-Lösungen realisiert. Herzlichen Glückwunsch dazu!“
Die technologische Entwicklung werde sich weiter beschleunigen und der Nutzen für Unternehmen durch KI und GenAI noch steigen, sagt Timo Rüb und ergänzt: „Unsere AI-Expertinnen und -Experten bei valantic sind technologisch auf dem neusten Stand. Wir stehen unseren Kunden beratend zur Seite und identifizieren gemeinsam mit ihnen Anwendungsfälle mit hohem geschäftlichen Mehrwert, die deren Wettbewerbsfähigkeit stärken und langfristig sichern.“
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Gemeinsames Abschlussfoto aller Teilnehmenden und Organisatoren
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Das Gewinnerteam der Coop Genossenschaft mit seinen Coaches (von links nach rechts: Nicolai Minter, valantic; Michael Schmid, SAP; Philipp Wiloth, Coop; Marcel Biri, Coop; Bastian Stritt, Coop; Hassan El-Zein, valantic)
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Die Siegerehrung für den besten GenAI Use Case: Die Jury bestehend aus Alexander Schweitz, SAP, Matthias Uflacker, SAP (erster und zweiter von links) und Guido Schlief, valantic (ganz rechts) übergibt den Award an das Team Coop
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Team Hugo Boss arbeitet konzentriert an der Fertigstellung seines GenAI Use Cases
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Alle Hackathon Teams mussten zunächst vor dem Auditorium ihren GenAI Use Case präsentieren.