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Acht Schritte: AR/VR erfolgreich in Unternehmen einführen

Porsche und die Deutsche Bahn setzen AR/VR bereits ein. Zeitgewinne und Qualtätsverbesserungen gehören zu den vielen messbaren Vorteilen.

25. März 2025

Fabian van Gelder, Lucia August, Melissa Bodtländer

4 Min. Lesezeit

Bild von einem SCHÜTZ-Mitarbeiter mit VR-Brille | Success Story SCHÜTZ SAP S/4HANA Migration

Eine Zeitreduktion von 40% bei Instandhaltungsarbeiten, eine Qualitätssteigerung von 25% und eine Schulungszeitreduktion von 60% bei gleichzeitig nachhaltigerer Lernkurve – dies sind Beispiele für messbare Vorteile durch den Einsatz von Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR) in Unternehmen. Beispielsweise hat Porsche durch den Einsatz von AR die Reparaturzeiten signifikant reduziert, die Deutsche Bahn nutzt AR zur Instandhaltung, während Ford VR für Schulungszwecke nutzt.

Die Weiterentwicklung der AR- und VR-Hard- und Software macht den Zugang zu diesen Tools immer erschwinglicher und ihre Anwendung vielfältiger. Dieser Leitfaden skizziert in acht Schritten den Weg zur erfolgreichen Einführung von AR und VR.

Schritt 1: Grundlagen schaffen & Potenziale erkennen

Bevor AR und VR implementiert werden können, ist es essenziell, ein grundlegendes Verständnis für die Technologien zu entwickeln. Es gilt, die Bereiche zu identifizieren, in denen AR und VR den größten Einfluss haben können, wie etwa bei Training und Instandhaltung, um Prozesse zu optimieren und die Akzeptanz innerhalb des Unternehmens zu fördern. Das frühzeitige Erkennen dieser Potenziale hilft, konkrete Ziele für die Implementierung zu setzen. Ein tiefes Verständnis erleichtert die Kommunikation der Vorteile und der strategischen Bedeutung dieser Technologien im und für das Unternehmen.

Schritt 2: Bewährte Lösungen nutzen

Das Rad muss nicht immer neu erfunden werden. Standardisierte AR-Lösungen für Instandhaltungsaufgaben bieten Zuverlässigkeit und Benutzerfreundlichkeit und können die Implementierung beschleunigen. Die Nutzung bewährter Lösungen reduziert das Risiko und erhöht die Chancen, die neuen Technologien erfolgreich einzuführen.

Schritt 3: Einsatzbereiche spezifizieren und Pilotprojekte starten

Pilotprojekten in spezifizierten Bereichen ermöglichen es, die Wirksamkeit von AR und VR zu testen und Anpassungen vorzunehmen, bevor eine breitere Einführung stattfindet. Pilotprojekte sind hervorragende Möglichkeiten, um Stakeholder zu überzeugen und Unterstützung für weiterführende Projekte zu sichern.

Schritt 4: Technische Synergien aufspüren und nutzen

Technologischer Fortschritt und die Konvergenz von Technologien sind wichtige Erfolgsfaktoren. So können zum Beispiel durch die Verknüpfung von AR/VR mit anderen Technologien wie digitalen Zwillingen Instandhaltungsarbeiten präziser geplant und durchgeführt werden. Auch die Integration von Machine Learning in AR/VR-Anwendungen erweitert die Einsatzmöglichkeiten und verbessert die Leistung. Diese Synergien eröffnen zudem neue Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung und zur Kostenreduktion.

Schritt 5: Datenintegration intelligent umsetzen

Unternehmensdaten, die in Echtzeit eingebunden werden, bereichern AR-/VR Lösungen. Arbeitsaufträge können beispielsweise aus SAP-Systemen direkt als AR-Auftrag ausgespielt und dokumentiert werden. VR Trainings lassen sich mit der Wissensmanagement-Plattform des Unternehmens verbinden, um so bei Fragen der Teilnehmenden einen breiteren Wissensfundus zur Verfügung zu haben. Diese Integration fördert eine datengesteuerte Entscheidungsfindung und optimiert die operativen Prozesse.

Schritt 6: Skalierbarkeit vorausdenken

Anwendungen sollten nicht nur für einzelne Use-Cases konzipiert werden. Die Entwicklung skalierbarer Anwendungen erfordert die Nutzung von Standards, um die Interoperabilität zu gewährleisten. Beispielsweise können Digital Twins auf Basis von 3D-Punktwolken als Grundlage für AR-basierte Navigationsanwendungen dienen. 3D-Objekte aus Virtual Reality Anwendungen lassen sich als Objektanker für AR wiederverwenden. Skalierbarkeit sichert die langfristige Integration und Wertschöpfung der Technologie.

Schritt 7: Nutzerfeedback als Entwicklungstreiber nutzen

Da AR/VR aus der Spieltechnologie stammt, kann das Design von Anwendungen manchmal auf ein jüngeres, technikaffines Publikum ausgerichtet sein. Im Unternehmenskontext sind die Benutzergruppen jedoch breiter gefächert und vielfältiger in Bezug auf Alter und technischem Geschick. Die Einrichtung und Nutzung von Hardware und Software sollte deshalb so einfach wie möglich sein. Zudem ist das Sammeln und Integrieren von Nutzerfeedback entscheidend für die Weiterentwicklung und Optimierung von AR- und VR-Anwendungen. Dieses Feedback hilft nicht nur, die Nutzererfahrung zu verbessern, sondern fördert auch die Innovationskraft des Unternehmens.

Schritt 8: Entwicklungsprozesse agil gestalten

Ein iteratives Vorgehen in der Entwicklung von AR-/VR-Anwendungen ermöglicht es, flexibel auf Veränderungen zu reagieren und die Technologien stetig zu verbessern. Agile Methoden unterstützen eine schnelle Anpassung an Nutzerbedürfnisse und technologische Fortschritte.

Executive Summary

Die Integration von AR und VR bietet Unternehmen eine Reihe von Vorteilen, von Effizienzsteigerungen über Qualitätsverbesserungen bis hin zu verkürzten Schulungszeiten. Die richtige Anwendung von AR und VR kann nicht nur operative Prozesse optimieren, sondern auch die Arbeitszufriedenheit erhöhen und gleichzeitig Kosten senken. Eine klare, strategisch durchdachte Einführung ist hierbei der Schlüssel zum Erfolg.

Verfasst von

Fabian van Gelder, valantic

Fabian van Gelder

valantic

Fabian van Gelder (+49 170 8162236) ist Co-Lead beim Chapter Immersive Technologien. Seine Themenschwerpunkte liegen auf der Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle und der Einführung neuer Technologien, speziell im Telco-Sektor.

Lucia August, valantic

Lucia August

valantic

Lucia August (+49 151 25802304) ist Mitglied im Chapter Immersive Technologien. Lucias Fokus liegt auf immersiven Technologien und ESG. Ihre vielseitigen Erfahrungen reichen von der Nachhaltigkeitsberichterstattung bis hin zum E-Commerce.

Melissa Bodtländer, valantic

Melissa Bodtländer

Senior Consultant bei valantic

Melissa Bodtländer (+49 151 25802841) ist Co-Lead beim Chapter Immersive Technologien. Sie hat einen besonderen Fokus auf Immersive Technology und den Rail-Sektor. Zuvor leitete sie als Product Ownerin bei der DB Systel ein Team zur Entwicklung und Implementierung von Augmented Reality Anwendungen und beriet im Inhouse Consulting zu Digital- und Technikstrategien innerhalb des DB Konzerns.